“Bgood hat die 5000 Task-Marke bereits übertroffen”

Im Frankreich des 19 Jahrhunderts lebte ein psychisch kranker Mann. Er hatte eine arrogante aber auch gewinnende Persönlichkeit. Die Ärzte in der Heilanstalt verzweifelten an diesem besonderen Patienten. Schließlich wurde er ohne Heilung entlassen.

Im selben Jahr heiratete der Mann eine ehemalige Prostituierte und fand in seinem Leben wieder Stabilität und die Liebe zu seiner Arbeit.

Die Rede ist vom Sozialwissenschafter und Philosoph Auguste Comte, dem Begründer des Altruismus. Dieser philosphischer Ansatz spricht vom Streben nach persönlichen Glück indem man Anderen hilft.

Tu Gutes und verdiene good.coins

Christoph Hantschk und Phillip Wasshuber haben keine psychischen Störungen, leben aber nach Comtes philosophischer Sicht. Mit bgood.at starteten die beiden 2014 ein Projekt, das auf Nachhaltigkeit und soziales Engagement baut.

Phillip, ein ehrenamtlicher Pfadfinderleiter und Christoph ein VWL-Absolvent, sind überzeugt, dass man mit kleinen Taten die Welt verbessern kann. Sei es beim Einkauf auf die Plastiktüte verzichten oder sich ehrenamtlich bei der Caritas betätigen..

Um mit diesen kleinen Taten einen Beitrag zu für eine bessere Welt zu setzen, wollen die beiden Gründer solche Aktion belohnen.

Würde Peter einem minderjährigen Flüchtling Deutschunterricht geben, kann er auf bgood.at seine gute Tat eintragen und Punkte bekommmen, so genannte good.coins. Hat Peter genug Punkte gesammelt kann er seine good.coins gegen einen Theaterbesuch oder Kinofilm eintauschen.

Mit dieser Idee haben die beiden sozialen Entrepreneure den diesjährigen Social Impact Award gewonnen und sind im Programm des Social Impact Start aufgenommen worden. Ihr tägliches Business im SIS bedeutet pitchen und ihre Idee nach außen kommunizieren.

Unternehmen zeigen ihr ökologisches und soziales Bewußtsein

Für kooperierende Unternehmen und bgood.at bedeutet dieses Projekt eine Win-Win-Situation. Christoph und Philipp gewinnen Businesspartner und die Unternehmen bekommen die Chance ihr ökologisches und soziales Engagement zu zeigen. Namhafte Institutionen wie Caritas und Sonnentor sind schon an Bord.

Die Finanzierung des Startups erfolgt über Provisionen mit den Partnerfirmen. Christoph Hantschk kann bereits einige Erfahrung mit Startup-Projekten vorweisen. Eine seiner früheren Ideen war heililgerstuhl.at. Stadionsitze aus dem ehemaligen Rapid-Stadion wurden an eingefleischte Fans als Designer-Möbel verkauft. Ein Teil des Gewinns ging an die Nachwuchsförderung des SK Rapid Wien.

“Superkräfte wie Batman”

Christoph und Philipp standen uns in einem Impact Hub Vienna Interview Rede und Antwort über ihr Projekt und die Herausforderungen im SIS-Programm.

1) Was waren eure Erwartungen nachdem ihr euch für das SIS beworben habt?

Wir erhoffen viel Feedback von Leuten zu bekommen, die eine Menge Erfahrung in großen Firmen haben, wie z.B. SAP. Unsere Idee zu verbreiten und interessante Menschen kennenlernen.

2) Was war das Wichtigste das ihr im SIS gelernt habt?

Durch unseren Mentor Ruth hatten wie die Chance den CSO-Chef (Chief Sustainability Officer) von SAP zu treffen und unsere Idee zu pitchen. Ein Meeting aus dem wir eine Menge Erfahrung sammeln konnten.

3) An was für einem Projekt arbeitet ihr im Moment?

Bgood ist die erste Plattform die soziales und umweltfreundliches Engagement fördert und diese gleichzeitig belohnt. Auf bgood können Menschen erfahren was sie tun können um die Welt besser zu gestalten. Aus über 100 guten Taten kann man auswählen. Zum Beispiel beim Einkauf auf das Plastiksackkerl verzichten oder CO2 Emissionen sparen und mit dem Fahrrad in die Arbeit fahren. Ein gutes Beispiel ist es einem jungen Immigranten seine Muttersprache beibringen. Jeder der sich registriert kann good.coins sammeln und sie gegen coole Preise eintauschen.

4) Wie hat der SIS Award eurem Projekt geholfen?

Der SIS Award war ein riesengroßer Motivationsschub für uns.

5) Was war euer letzter großer Erfolg?

Wir waren unter den letzten 16 von 360 Startups beim European Innovation Tournament. Dieses Event wird von der European Investment Bank gesponsert.

Parallel dazu haben wir den Social Impact Award gewonnen und sind in der ersten Runde des Innovate for Climate Challenge.

Es freut mich immer, wenn wir einen Milestone erreichen. Vor einigen Wochen durchbrach unsere Community auf bgood die 5000 Task-Marke. Die 7000 sind ganz nahe und ich kann es kaum erwarten die 10000 zu durchbrechen.

6) Was sollten die Leute sonst über euch wissen?

Ich bin Ice-Cream-süchtig. Ohne mit der Wimper zu schlagen verschlinge ich einen ganzen Cup Ben and Jerrys.

7) Welchen Impact wollt ihr in den nächsten Jahren erreichen?

Bis 2020 wollen wie an die 5 Millionen User haben und den Menschen helfen ein nachhaltiges Leben zu führen.

8) Welche Superkräfte hättet ihr gerne?

Ich bin ein großer Batman Fan und ich liebe Technologie. Daher hätte ich gerne seine Superkraft coole Technik zu entwickeln um den Menschen zu helfen.

Franchise in Australien

Der Ruf der Idee überbrückt sogar Kontinente. Mittlerweile laufen Pläne eine bgood.at Filiale in Melbourne, Australien zu launchen. Für das nächste Jahr benötigen die beiden 100.000 Euro. Ein Crowdfunding Projekt befindet sich ebenfalls in ihrer Pipeline und die Suche nach einem Investor.

Anthony Torno